Hurtigruten in Åmnes 

Am Morgen stehen wir kurz vor Acht auf, das hat einen guten Grund. Pünktlich um 8:15 sollen sich hier in der Bucht zwei Hurtigruten treffen.  Um 8:10 hören wir ein tiefes Schiffsmotorenbrummen und die erste Hurtigruten taucht majestätisch von Norden herkommend hinter den Felsen auf. Leider ist vom zweiten Schiff noch nichts zu sehen, die vom Süden kommende Hurtigruten fährt mit 10Minuten Verspätung an uns vorbei. Schade, gerne hätten wir hier das traditionelle  Begrüssungskonzert mit den Schiffshörner live erlebt.

Natürlich war es trotzdem schön und wir finden, das früh aufstehen hat sich gelohnt. Wir essen noch ein ausgiebiges  Frühstück mit Rührei und nehmen es gemütlicher als sonst. Heute ist der Tag gekommen, an dem wir Norwegen verlassen werden und die grosse Etappe in Richtung Stockholm in Angriff nehmen. Vor uns liegen mehr als 1000km Fahrt.

 

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Die erste Hurtigruten am Åmnes Camping

Forøya

Für den weiteren Verlauf haben wir zwei Optionen - nun gut wahrscheinlich sind es ein paar mehr, doch zwei Möglichkeiten kommen für uns in Frage. Die erste ist der Umweg zurück auf der FV17 nach Bodø und von da auf die E6 und danach weiter in den Osten nach Schweden. Oder wir nehmen in Furøy die erste Fähre nach Ågskardet, danach eine weitere Fähre von Jektvik nach Kilboghamn und dann auf der E12 in Richtung Schweden. Wir entscheiden uns für die Fähren und folgen somit weiter der FV17.

Die erste Fähre in Forøya verpassen wir um 3 Minuten und sehen das Schiff gerade noch wegschwimmen. Leider treffen wir es genau auf die Mittagspause und müssen 2h auf die nächste Überfahrt warten. Zeit genug um die Umgebung etwas genauer anzuschauen. In Forøya gibt es eine idylische Siedlung mit den für Norwegen typischen roten Häusern. Leider trügt der Schein etwas, respektive zeigen wir auf dem Foto die gigantische Fabrik gleich rechts neben dem Dorf nicht.

Nach dem Mittagsessen können wir endlich auf die Fähre nach Ågskardet auffahren.

 

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Das kleine Dorf Forøya

Meltinden

Für die Fahrt von Ågskardet nach Jektvik  haben wir genug Zeit und wir müssen uns nicht beeilen um die nächste Fähre rechtzeitig zu erwischen. Die Route führt uns weiter auf der FV17 durch die Landschaft. Die spezielle Lichtstimmung beim Meltinden beeindruckt uns und wir machen einen Stopp. Der Meldtinden ist der  im Bild auf linken Seite ersichtlicher 504m hoher Berg in der Komune Rødøy.

Am Hafen in Jektvik angekommen müssen wir trotz gemütlichem Vorankommen noch eine Stunde auf die Fähre warten. Zeit für einen Kaffee...

 

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Traumhafte Aussicht auf den Meltinden

Fähre von Jektvik nach Kilboghamn

Die Überfahrt nach Kilboghamn dauer etwas länger als die üblichen Fährtfahrten. Genug Zeit sich auf dem Schiff und vor allem auf dem Aussendeck zu verweilen. Die Aussicht während der Fahrt zwischen den Inseln der Helgelandsküste ist schon sehenswert. Auch überqueren wir den Polarkreis und bekommen von Weitem auch das Polarsirkelen Monument zu Gesicht. Wie Eingangs erwähnt haben wir uns für eine Route entscheiden müssen. Trotz langen Wartezeiten hat unsere Wahl deutlich mehr zu bieten als der Umweg zurück nach Bodø.

Angekommen in Kilboghamn geht es weiter auf der FV17. Durch die beiden Fährtfahrten ist es uns etwas mulmig in der Magengegend - wir sind uns das einfach nicht gewohnt.  In Utskarpen biegen wir auf die FV12 ab und folgen der Strasse bis nach Mo I Rana. Hier im Amficenter essen wir bei Pepes Pizza eine super leckere Vegipizza.

 

 

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Fährfahrt von Jektvik nach Kilboghamn

Langsam beginnt die Dämmerung und wir wollen heute möglichst viele Kilometer abspulen. Wir nehmen die E12 und folgen der Strasse auf eine kleine Hochebene. Einmal mehr führt uns die Route an zahlreiche Seen vorbei, welche wir durch die Dunkelheit bald nicht mehr sehen können. Nach rund 40km überqueren wir die Grenze zu Schweden. Der Grenzübergang ist unspektakulär, einzig die Mittellinie wechselt von Gelb nach Weiss - ein vertrautes aber auch ein trauriges Gefühl überkommt uns.  Wir sagen "auf Wiedersehen Norwegen" - hoffentlich bis bald mal wieder!

Von Schweden kommen wir an dieser Stelle nicht sehr viel mit. Auf der Navikarte bemerken wir, dass rechts und links der Strasse immer wieder mal Seen im Wald zu sehen wären. Wir fahren durch die stockfinstere Nacht hunderte Kilometer durch den Wald. Ab und zu gibt es am Strassenrand ein Ortsschild, ein paar Laternen beleuchten die Strasse und vereinzelt sind Häuser zu erkennen. Danach geht es weiter durch den Wald. Wir sind sehr froh, dass wir unseren Poli mit der neusten LED Technik bestellt haben - ohne wäre diese Fahrt deutlich mühsamer. Die meisten Schweden ihrerseits haben an ihren Autos zusätzliche Schweinwerfer montiert, solche wie man sie z.B. in der Rally antrifft.

Unsere Augen werden langsam müde und uns wird klar, dass wir bald einen Platz für die Nacht suchen sollten. 

Wildcamping in Meselefors

Es ist kurz nach Mitternacht, Julia hat in Meselefors einen Stellplatz ausfindig gemacht - einen großen mit Scheinwerfern beleuchteter Parkplatz direkt an der Strasse. Leider können wir uns mit diesem Platz nicht besonders gut anfreunden und wir entscheiden uns einen kleinen Waldweg einige Kilometer zu folgen. Irgendwann erblicken wir ein kleines Rastplatzschild, welches zu einem kleinen Pfad zeigt. Hier scheint schon lange niemand mehr durchgekommen zu sein. Am Ende des Pfades gibt es einen Kiesplatz, auf dem wir den Bus für die Nacht abstellen. Etwas unheimlich ist es uns schon, doch sind wir viel zu müde und schlafen sofort ein.

Am nächsten Morgen sehen wir erst, wo wir die letzte Nacht gelandet sind - umringt von Wasser, leider auch von oben. Es regnet, so dass die Aussicht etwas getrübt ist. Jedoch haben wir einen durchaus  schönen und sehr verlassenen Ort gefunden. 

 

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Einsamer Stellplatz in Meselefors

Vor uns liegen immer noch rund 650km bis nach Stockholm. Wir wollen daher nicht viel Zeit verlieren und machen uns bald auf den Weg. Das Frühstück nehmen wir unterwegs zu uns und decken uns mit Kaffee und feinen Brötchen an der nächsten Tankstelle ein. Die weitere Fahrt ist ähnlich eintönig wie die Nacht zuvor. Wir fahren wieder durch endlose Waldstücke, dieses mal im Regen. Wie verdammt groß Schweden doch ist. Irgendwann vielleicht 100-150km vor Stockholm nimmt der Verkehr deutlich zu und die Strassen nehmen Autobahnähnliche Formen an. Jetzt geht es schnell und Stockholm ist zügig erreicht. Wir suchen etwas ausserhalb einen Stadtcamping auf, denn wir sind müde von der langen Fahrt. Auf dem Campingplatz wird uns erst richtig bewusst, dass wir schon lange nicht mehr an einem so grossen Platz gewesen sind. Wir vermissen die Aussicht, die Ruhe und die Natur.

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Fotogalerie

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Karte

Gefahrene Kilometer: 1155km

Tag 23: Hurtigruten in Åmnes
Tag 23: Forøya
Tag 23: Meltinden
Tag 23: Fähre von Jektvik nach Kilboghamn
Tag 23: Wildcamping in Meselefors
Tag 24: Bedräng Camping

Infobox

campground

Wildcamping
(Tag23)

Koordinaten:
N67° 12' 52.711"
E14° 23' 20.407" 

 

campground

Bedräng Camping
(Tag24)
Stora Sällskapets Väg
12731 SKÄRHOLMEN

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